Gallenblase und Gallensteine

In der Leber wird die Gallenflüssigkeit produziert, welche in der Gallenblase zwischengespeichert wird. Bei Nahrungsaufnahme zieht sich die Gallenblase zusammen und entleert die Galle in den Gallengang. Via Gallengang gelangt die Galle schliesslich in den Zwölffingerdarm, wo sie mit dem Speisebrei in Kontakt kommt. Die Gallenflüssigkeit bringt Fette in Lösung, so dass diese in die Zellen der Darmwand aufgenommen werden können. Gallensteine sind Gebilde aus verfestigter Gallenflüssigkeit. Sie entstehen dann, wenn das empfindliche Lösungsgleichgewicht in der Gallenflüssigkeit gestört ist.

Typische Beschwerden bei Gallensteinen sind (rechtsseitige) Oberbauchschmerzen, welche heftig und krampfartig sein können. Die Schmerzen treten klassischerweise nach fettreichen Mahlzeiten auf. Kommt es zu einer Entzündung der Gallenblasenwand, können die Schmerzen auch von Fieber begleitet sein. Nebst der Entzündung der Gallenblase ist die Verstopfung des Gallenganges durch einen Gallenstein eine weitere gefürchtete Komplikation der Gallensteine. Durch den Gallenstau kann eine Entzündung des Gallenganges und der Bauchspeicheldrüse entstehen. Um diese Komplikationen zu vermeiden, ist es wichtig, dass Gallensteine, welche Beschwerden verursachen, behandelt werden.

Die Untersuchung der Wahl zur Diagnose von Gallensteinen ist der Ultraschall. In speziellen Situationen wie bei Verdacht auf einen Gallenstein im Gallengang kann ein MRI hilfreich sein. Ergänzende, je nach Krankheitsbild zusätzlich eingesetzte  Untersuchungsmethoden sind die endoskopische Sonographie sowie die endoskopische retrograde Cholangio-Pankreatikographie (ERCP). Letztere mit der Möglichkeit, eingeklemmte Steine aus dem Hauptgallengang zu entfernen. Bei Unklarheiten bezüglich der Diagnose können das Abdomen-CT (Computertomografie des Bauches) und die Magenspiegelung (Gastroskopie) die Diagnostik ergänzen. 

80 Prozent der Patienten mit Gallensteinen haben keine Beschwerden und bedürfen keiner Therapie. Verursachen Gallensteine jedoch Beschwerden, so sollte die Gallenblase entfernt werden. Grundsätzlich ist es wichtig, den besten Zeitpunkt für die Entfernung der Gallenblase zu bestimmen und zu planen. Dies entscheidet der behandelnde Chirurg zusammen mit dem Patienten nach der Beurteilung aller Untersuchungsergebnisse. Nach einer Entzündung kann es beispielsweise sinnvoll sein, abzuwarten, bis sich der Patient von der Entzündung erholt hat und die Gallenblase erst im entzündungsfreien Intervall zu entfernen.

An unserem Spital bieten wir die Gallenblasen-Operation minimalinvasiv (laparoskopisch) an. Über kleine Hautschnitte wird die Gallenblase in Spiegeltechnik entfernt. Der Chirurg kann dabei auf modernste Technik mit HD-Monitoren und sogar einem 3D-Monitor zurückgreifen. In sehr seltenen Fällen kann es sein, dass die Gallenblase nicht in Spiegeltechnik entfernt werden kann, weil z.B. aufgrund von Voroperationen Verwachsungen im Bauch vorliegen. In diesem Fall wird die Gallenblase über einen grösseren Hautschnitt im rechten Oberbauch entfernt. Bei einer minimalinvasiven Entfernung der Gallenblase beschränkt sich der Spitalaufenthalt auf einige wenige Tage und die Patienten sind je nach Beruf nach 1-2 Wochen wieder arbeitsfähig.