Kontakt

Spital Interlaken
Institut für Anästhesie und Intensivmedizin
Sekretariat
Telefon 033 826 27 49
Fax 033 826 23 72
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Schmerzausschaltende Methoden nach Operationen

Das Anästhesieteam betreut den Patienten unmittelbar nach der Operation weiter mit dem Ziel, die Schmerzen postoperativ zu bekämpfen und auf ein gut erträgliches Mass zu reduzieren. Zu viel Schmerz ist schädlich:

  • Schmerzen beeinträchtigen das Wohlbefinden und bedeuten Leiden.
  • Schmerzen führen zu einer Mehrarbeit des Herz-Kreislaufsystems. Dies kann besonders bei Herzkranken zu Komplikationen führen.
  • Schmerzen im Bauchraum oder Brustkorb führen zu einer Minderbelüftung der Lunge mit der Gefahr, eine Lungenentzündung zu entwickeln.
  • Schmerzen behindern die Bewegungsfähigkeit und physiotherapeutische Massnahmen. Der Patient braucht länger zur Rehabilitation.
  • Schmerzen behindern die Magen-Darmfunktion. Dies kann zu Übelkeit führen oder auch zu einem verspätetem Kostaufbau.
  • Schmerzen schwächen die Immunabwehr.

Das Schmerzempfinden ist individuell ganz unterschiedlich ausgeprägt. Es kann von Mensch zu Mensch enorm variieren: Der gleiche operative Eingriff wird von einem Patienten als eher harmlos empfunden, der andere verspürt deutliche Schmerzen. Deshalb ist es wichtig, dass der Patient seine Schmerzen äussert und meldet, um die Therapie individuell an seine Schmerzempfindung anzupassen. Zusätzlich besucht unser Schmerzteam die Patienten am Nachmittag nach der Operation, um die Schmerztherapie weiter zu optimieren.

  1. Basistherapie
    Diese Schmerztherapie erfolgt in Form von Tabletten, Injektionen oder Infusionen durch das Pflegepersonal auf der Station. Bei ungenügender Schmerzfreiheit wird auf eine Kombination mit PCA oder Kathetertechnik gewechselt.
  2. PCA – Patientenkontrollierte Schmerzbehandlung
    Bei diesem Verfahren kann sich der Patient mittels einer Infusionspumpe das Schmerzmittel auf Knopfdruck selbst verabreichen. Die Pumpe ist elektronisch gesteuert und wird vom Anästhesieteam programmiert. Diese Programmierung ist durch den Patienten nicht verstellbar und verhindert eine Überdosierung. Das Schmerzteam der Anästhesie kontrolliert in täglichen Visiten die individuellen Bedürfnisse des Patienten und den Therapieerfolg. Viele Patienten schätzen dieses Verfahren, da es eine Eigenständigkeit garantiert und unnötige Wartezeiten verhindert.
  3. Kathetertechniken
    Mit einem Schmerzkatheter wird ein kontinuierliches Regionalanästhesieverfahren durchgeführt. Der Katheter wird vor oder nach der Operation in die Nähe von Nerven eingelegt, er kann rückenmarksnah (Spinalkatheter, Epiduralkatheter) oder auch an einen peripheren Nerv platziert werden. Spezielle Schmerzmittel gelangen kontinuierlich mit einer Pumpe über den Katheter zu den Nerven und blockieren so die Schmerzempfindung gezielt und wirksam vor Ort. Auch bei diesem Verfahren besucht unser Schmerzteam der Anästhesie den Patienten in täglichen Visiten.
    Der grosse Vorteil dieser Technik liegt darin, dass lediglich eine Betäubung der schmerzenden Region durchgeführt wird. Andere Organsysteme oder Körperregionen  werden nicht oder kaum beeinflusst.