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Geburtshilfe, Spital Frutigen
Adelbodenstrasse 27, CH-3714 Frutigen
Telefon +41 33 672 26 26

Besuchszeiten
Täglich von 14.00 Uhr bis 19.30 Uhr. Partner auch ausserhalb der Besuchszeiten.

Terminüberschreitung

Wenn der errechnete Geburtstermin erreicht ist und das Kind lässt noch auf sich warten, dann ist dies kein Grund zur Besorgnis. Liegen keine Besonderheiten vor, können Sie bis zu zwei Wochen nach dem errechneten Termin abwarten. In dieser Situation sollte nicht versucht werden künstliche Wehen zu erzeugen (= Einleitung).

Erst wenn diese zwei Wochen verstrichen sind, spricht man von einer Übertragung. Jetzt ist ein sehr individualisiertes Vorgehen notwendig, das gut mit Ihnen abgestimmt werden muss. Dazu nehmen wir uns die entsprechende Zeit. In Frage kommen: Häufige CTG-Kontrollen, Farbdoppler-Ultraschall, Einleitung. Eine Übertragung ist ein recht seltenes Ereignis.

Fruchtwasserpunktion

  • Fruchtwasserentnahme durch die Bauchdecke der Mutter unter Ultraschallkontrolle ab der 14.oder 15. Schwangerschaftswoche.
  • Im Fruchtwasser sind Hautzellen des Kindes, und damit kann das Erbgut auf Erkrankungen untersucht werden. Meistens soll mit dieser Kontrolle das Vorliegen einer Trisomie 21 (genannt Mongoloismus) ausgeschlossen werden.
  • Nachteil: Das Fehlgeburtsrisiko beträgt 1 – 2%.
  • Vorteil: Sehr zuverlässige Diagnose.

Plazenta-Punktion (Chorionbiopsie)

  • Entnahme von Plazentagewebe (Mutterkuchen) mittels eines kleinen Katheters durch die Bauchdecke der Mutter oder von der Scheide aus durch den Gebärmutterhals. Mit dieser Untersuchung können Erkrankungen des Erbmaterials erkannt werden, meist wird nach einer Trisomie 21 gesucht (genannt Mongoloismus).
  • Vorteile: Kann bereits ab der 10.Schwangerschaftswoche durchgeführt werden. Das Ergebnis ist sehr zuverlässig.
  • Nachteil: Fehlgeburtsrisiko ca. 2%.

Farbdoppler

  • Darunter versteht man eine spezielle Ultraschalluntersuchung von Blutgefässen.
  • Gemessen wird der Blutfluss in bestimmten Arterien des Kindes und der Mutter.
  • Z.B. in der Arteria umbilicalis (= Nabelschnurarterie), oder in der arteria uterina (=Gebärmutterarterie).
  • Aus diesen Messungen kann man Rückschlüsse auf die Sauerstoffversorgung des Kindes ziehen.
  • Anwendung: z.B. bei Ungeborenen mit verzögertem Wachstum.
  • Den Farbdoppler darf man sich nicht als buntes Fernsehbild vorstellen. Vielmehr ist es so, dass alles, was sich im Bereich des Schallkopfes bewegt, mit den Farben Rot oder Blau koloriert wird.

1.-Trimester-Test

  • Bei diesem Test wird bei der Mutter eine Blutuntersuchung durchgeführt, beim Kind ein Ultraschall. Beides miteinander kombiniert ergibt eine sehr zuverlässige Aussage über das Vorliegen einer Trisomie 21 (genannt Mongoloismus).
  • Das mütterliche Blut wird verschiedenen Hormontests unterzogen, beim Kind wird im Ultraschall die sogenannte Nackentransparenz bestimmt. Darunter versteht man eine Flüssigkeitsansammlung im Nackenbereich.
  • Dieses so genannte Nackenödem ist bei allen Kindern vorhanden, aber nur in geringer Ausprägung. Erst wenn die Nackentransparenz über 3 mm hoch aufgebaut ist, könnte beim Kind eine Erkrankung vorliegen.
  • Durchführung: 13. – 14. Schwangerschaftswoche
  • Vorteile: hohe Zuverlässigkeit und im Gegensatz zur Fruchtwasser- und Plazentapunktion ist keine Fehlgeburt möglich.
  • Nachteil: Das Untersuchungsergebnis gibt ausschliesslich die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Trisomie 21 an, nicht jedoch, ob diese tatsächlich vorliegt. Beispiel für ein Testergebnis: 1 : 4200. Bei einem solchen Ergebnis kann man davon ausgehen, dass das Risiko ausserordentlich klein ist. Denn bei einer 20-Jährigen liegt das normale Risiko für eine Trisomie 21 bei 1 : 1500.
  • Wenn das Testergebnis z.B. 1 : 10 beträgt, dann liegt ein sehr hohes Risiko vor und es sollte eine Fruchtwasserpunktion in Erwägung gezogen werden.

CTG-Cardiotokografie

  • Cardio: Herz; Toko: Wehen; Grafie: Aufzeichnen
  • CTG: Aufzeichnung der kindlichen Herztöne und der Wehentätigkeit
  • Durch die Beurteilung des CTG können sehr gute Rückschlüsse auf die aktuelle Sauerstoffversorgung des Kindes gezogen werden.
  • Während der Schwangerschaft können vorzeitige Wehen auftreten. Das CTG leistet dann bei der Beurteilung der Wehentätigkeit einen wichtigen Beitrag.
  • Auch während der Geburt liefert das CTG wichtige Informationen über den Zustand des Kindes.
  • Wenn es keine Besonderheiten gibt, muss das CTG nur sporadisch angehängt werden, was auch eine bessere Bewegungsfreiheit für Sie mit sich bringt.

Ultraschall

  • Gibt wichtige Informationen über das ungeborene Kind.
  • Fehlbildungen können bereits in der Frühschwangerschaft erkannt werden und manche Herzveränderung ist schon ab der 22. Schwangerschaftswoche zu sehen. Im Verlauf einer Schwangerschaft werden alle Organe des Kindes mit Ultraschall untersucht.
  • Wachstum: Durch Erstellen einer Entwicklungskurve lassen sich Rückschlüsse auf die Ernährungssituation des Kindes ziehen.
  • Zur Bestimmung des Geburtstermins ist Ultraschall nicht mehr wegzudenken; und bei Überschreitung des Termins werden Fruchtwasser und Plazenta begutachtet.
  • Auch 3D-Ultraschall ist möglich
  • Ohne Ultraschall darf heutzutage bei Steisslage keine Spontangeburt angestrebt werden.
  • Grenzen und Gefahren: Auch nach jahrzentelanger Anwendung sind keine Komplikationen bekannt.
  • Nicht alle Fehlbildungen können erkannt werden.

Hüftultraschall

Mit der Ultraschalluntersuchung der Säuglingshüften können alle Schweregrade einer Reifungsverzögerung der Hüftgelenke erkannt werden. Somit besteht die Möglichkeit, frühzeitig eine Therapie einzuleiten und damit eine Luxation (Ausrenkung) zu vermeiden, die im Erwachsenenalter nur mit grossem Aufwand therapiert werden könnte.

Zurzeit ist die Routine-Hüftultraschalluntersuchung in der Spitalpauschale eingeschlossen. Wird die Untersuchung innerhalb der ersten 6 Wochen durchgeführt, handelt es sich um eine Pflichtleistung der Grundversicherung. Das gilt auch für spätere Kontrollen, wenn ein auffälliger Befund bei der Erstuntersuchung vorlag.