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Ausserordentliches Jahr und zwei neue Mitglieder des Verwaltungsrates

Die Spitäler fmi AG hat ein anspruchsvolles Jahr hinter sich. In allen fmi-Betrieben wurde zusätzlich Aus-serordentliches geleistet um die Pandemiezeit zu überstehen. Für ihr enormes Engagement gebührt den Mitarbeitenden grosser Dank. Die Generalversammlung nahm Kenntnis vom Jahresergebnis 2020 und wählte zwei neue Mitglieder des Verwaltungsrats. 

Das Jahr 2020 geht als eines der bisher anspruchsvollsten Jahre in die Geschichte der Spitäler fmi AG ein. Neben den Herausforderungen im sich im laufend verändernden Gesundheitswesen stellte die COVID-Pandemie Vieles auf den Kopf. Als Gesundheitsversorgerin mit zwei Spitälern und zwei Langzeitinstitutionen stand die Oberländer Spitalgruppe von Anfang an im Zentrum des Geschehens und im Fokus des öffentlichen Interes-ses. Und gleichzeitig war man mit neuen, behördlich angeordneten Formen des Zusammenlebens und der Zusammenarbeit konfrontiert.

Enormes Engagement in allen Betrieben
In allen fmi-Betrieben wurde Ausserordentliches geleistet: In den Akutspitälern Interlaken und Frutigen, den Langzeitinstitutionen Seniorenpark Weissenau und Pflegheim Frutigland, in der Psychiatrie, dem Rettungsdienst und in den fmi-Praxen. Gerade in diesem fordernden und hektischen Jahr zeigte die Belegschaft der fmi AG ein aussergewöhnliches Engagement und arbeitete trotz teilweise widrigen Umständen motiviert, interdisziplinär und mit viel Herzblut. Dafür, und für den unermüdlichen Einsatz und die grosse Flexibilität, gebührt den Mitarbeitenden ein grosser Dank. Sie setzten sich jeden Tag aufs Neue für das Wohl der Patientinnen und Patienten und der Bewohnerinnen und Bewohner ein. 

Auslastung schwankend
Die Auslastung der Akutbetriebe Interlaken und Frutigen war COVID-bedingt schwankend. Nach einem guten Januar und einem zufriedenstellenden Februar kam der Betrieb in den beiden Oberländer Spitälern in der zweiten Hälfte März aufgrund der vom Bundesrat ausgerufenen «Ausserordentlichen Lage» praktisch zum Erliegen. Nicht dringende Eingriffe und Therapien durften nicht mehr durchgeführt werden. Die zwischenzeitliche Beruhigung während der Sommermonate führte zwar kurzfristig zu wieder etwas besseren Fallzahlen, doch blieben insbesondere die ausländischen Touristen mit wenigen Ausnahmen aus. Mit Ausbruch der zweiten Welle im Herbst ging eine zeitweilig abermals massive Reduktion des Operationsprogramms einher, was erneut zu erheblichen Einnahmeausfällen führte.

Trotz der schwierigen Umstände sehr gute EBITDAR-Marge 
Die ausserordentliche Situation spiegelt sich denn auch im Jahresergebnis wider. Zum einen mussten erhebliche Investitionen getätigt werden, etwa in den Aufbau einer zusätzlichen COVID-Intensivstation am Spital Interlaken sowie in zahlreiche Schutzmassnahmen verschiedenster Art. Hinzu kamen Ertragsausfälle wegen des Lockdowns und ungedeckte Kosten aus dem Test-Zentrum. Zum andern stiegen allein die Mehraufwände für Medikamente und medizinisches Material wegen des Mehrverbrauchs und teilweise sehr starken Preiserhöhun-gen um rund 2.2 Mio. Franken an. Trotz einer einmaligen Entschädigung des Kantons in der Höhe von 4.4 Mio. Franken resultiert in der Konzernrechnung ein Defizit von rund 1.6 Mio. Franken. Dieser Verlust ist jedoch nicht nur auf die direkten Auswirkungen der Pandemie, sondern zum Teil auch auf das Ausbleiben der ausländischen Touristen zurückzuführen.  Die EBITDA-Marge liegt bei 6.8%, die EBITDAR-Marge bei 7.4%, was unter den speziellen Umständen als sehr gut gewertet werden kann. Insgesamt wurden rund 171 Mio. Franken umgesetzt.

Hand zu Lösungen geboten
Neben den COVID-bedingten, praktisch das ganze Jahr andauernden Anpassungen bot die Spitäler fmi AG in verschiedenen Fällen Hand zu pragmatischen Lösungen bei Versorgungsengpässen. Dazu zählen etwa die Übernahme der heimärztlichen Betreuung für die Interlakner Sozialinstitution «Seeburg», die Rettung einer vor dem Aus stehenden Hausarztpraxis in Reichenbach, die Einrichtung einer Kardiologiepraxis in Frutigen und des Zentrums für Gynäkologie und Geburtshilfe Spiez oder die Mithilfe bei der Nachfolgeplanung einer Interlakner Pneumologiepraxis. Ausserdem wurde das bisherige Wund-Ambulatorium zum interdisziplinären Wundzentrum fmi umstrukturiert, in der Walk-in-Clinic Interlaken ein Gerät zur Messung der Knochendichte und im Gesundheitszentrum Meiringen – finanziell unterstützt durch regionale Partner – ein neues Röntgengerät in Betrieb genommen. 

Zwei neue Mitglieder des Verwaltungsrates
Nach zehn Jahren engagierter Mitarbeit bei der Spitäler fmi AG, schied Alice Morosoli Beato zur diesjährigen Generalversammlung infolge Amtszeitbeschränkung aus dem Verwaltungsrat aus. Insgesamt war die Frutigerin mehr als 20 Jahre in verschiedenen Funktionen für das Spital- und Pflegeheimwesen im Kandertal tätig und prägte zukunftsweisende Projekte mit.
Ihre Nachfolge tritt Karin Ritschard Ugi aus Toffen an. Die in Interlaken aufgewachsene und heimatberechtigte Karin Ritschard Ugi ist zurzeit Leiterin Kernbereiche in der Direktion Pflege der Insel Gruppe in Bern und wechselt im Oktober als Lehrbeauftragte und wissenschaftliche Mitarbeiterin an die Berner Fachhochschule Gesundheit. Daneben absolviert sie das Promotionsstudium der Pflegewissenschaften an der University of North Carolina at Greensboro/USA & Berner Fachhochschule Gesundheit. Sie verfügt über eine langjährige Erfahrung in Fach- und Personalführung im Gesundheitswesen, hat in den vergangenen 20 Jahren zahlreiche Weiterbildungen absolviert und ist regional, national und international gut vernetzt.

Zur Erhöhung der spitalärztlichen Kompetenz wurde der Verwaltungsrat der fmi AG um eine Person von fünf auf sechs Mitglieder erweitert. Neu Einsitz ins Gremium nimmt der Privatdozent Dr. med. Daniel Andreas Müller aus Zollikon (ZH). Müller absolvierte die Schulzeit in Frutigen, besuchte das Gymnasium Interlaken und studierte an der Universität Bern. Seine medizinische Laufbahn begann als Assistenzarzt im Spital Frutigen. Heute ist er Leiter der Tumororthopädie an der Universitätsklinik Balgrist in Zürich und Co-Leiter des Sarkomzentrums am Comprehensive Cancer Center Zürich.

Die bisherigen Mitglieder des Verwaltungsrats, Prof. Dr. Robert Zaugg (Präsident, Interlaken), Dr. med. Martin Kistler (Vizepräsident, Leissigen), Carl Schiesser (Meiringen) und Dr. iur. Ursula Widmer (Bern) wurden für eine weitere Amtsdauer von einem Jahr wiedergewählt. Für ein weiteres Jahr bestätigt wurde zudem die Revisionsstelle PricewaterhouseCoopers. GSI-Vertreter Adrian Zysset dankte den fmi-Führungsgremien im Namen des Aktionärs und insbesondere im Namen des Regierungsrats für die erfolgreiche Bewältigung des Krisenjahrs und die gute Zusammenarbeit.


Zum Geschäftsbericht 2020