Medizinvortrag «Tinnitus – und die Musik als Therapie»

Der Tinnitus ist ein Phantomgeräusch ohne externe Schallquelle und er ist relativ häufig. Bei bis zu 45% der Erwachsenen tritt zu irgendeinem Zeitpunkt ein dauerndes oder vorübergehendes Ohrgeräusch auf, bei bis zu 10% führt dieses zu Beeinträchtigung im Alltag oder zu Schlafstörungen.


Eine übermässige Belastung des Gehörs durch laute Geräusche gilt als häufigster Auslöser von Tinnitus. Hier spielt der Faktor Zeit eine wichtige Rolle: Wer sich jahrelang regelmässig und ohne geeigneten Gehörschutz in einem lauten Umfeld (Arbeits- oder Verkehrslärm, laute Musik) bewegt, hat ein stark erhöhtes Tinnitus-Risiko. Lärm und Alter tragen also zur Wahrscheinlichkeit des Auftretens des Tinnitus bei, aber auch Stress ist ein Risikofaktor und begünstigt die Entstehung von Ohrensausen.

Eine Hörminderung – und hier insbesondere die Hochtonschwerhörigkeit – wird häufig von einem Tinnitus begleitet. Mögliche Ursachen sind vielfältig. Findet sich jedoch keine Ursache oder ist deren Behandlung nicht möglich, liegt das Ziel der Tinnitustherapie in der Abnahme des Belästigungsgrades. Hierbei spielt die Tinnituszentrierte Musiktherapie (TIM) eine wichtige Rolle. Bei der TIM steht der Mensch mit seinem individuellen Tinnitus im Mittelpunkt; er erhält eine angepasste Therapie aus verschiedenen Behandlungsmodulen.

Im Referat vom
Mittwoch, 30. Oktober 2019 gibt Dr. Jürg Kutter, Facharzt FMH für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten und Chefarzt HNO Spital Interlaken einen spannenden Einblick in das menschliche Gehör. Wie funktioniert das Ohr, wie das Gehörsystem? Was sind mögliche behandelbare Ursachen des Tinnitus? Welche Abklärungen sind sinnvoll? Welche Therapieansätze sind möglich, wenn der Tinnitus nicht zum Schweigen gebracht werden kann? Benjamin Schwarz, Klinischer Musiktherapeut MAS Spital Interlaken, ergänzt den Vortrag mit Ausführungen zur Tinnituszentrierten Musiktherapie.

Der öffentliche Medizinvortrag findet um 19.00 Uhr im Spital Interlaken in Unterseen, Haus T, Arena statt.
Im Anschluss stehen die Referenten für weitere Auskünfte zur Verfügung.