Walk-in-Klinik am Bahnhof Interlaken West

An der gestrigen Zusammenkunft von Praxis- und Spitalärzten hat die Spitäler fmi AG darüber informiert, dass sie beabsichtigt, beim Bahnhof Interlaken West eine Walk-in-Klinik einzurichten. Damit reagiert die Spitalgruppe auf ein immer wieder an sie herangetragenes Anliegen und auf ein grosses Bedürfnis der Bevölkerung. Die Eröffnung der Walk-in-Klinik ist für 2019 vorgesehen. Es ist vorgesehen, mit den niedergelasenen Ärzten ein medizinisches Konzept zu erarbeiten.

Entsprechenden Beispielen in Biel, Bern, Thun oder Zürich folgend beabsichtigt die Spitäler fmi AG, Anfang 2019 am Bahnhof Interlaken West eine Walk-in-Klinik zu eröffnen. Zum einen will die Spitäler fmi AG gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten der Region proaktiv auf den zunehmenden Mangel an Hausärzten reagieren und damit auf ein grosses Bedürfnis der einheimischen Bevölkerung im Einzugsgebiet eingehen. Menschen mit gesundheitlichen Problemen, die keinen Hausarzt haben oder finden, soll ein rascher und unkomplizierter Zugang zu medizinischer Versorgung ermöglicht werden. Die Walk-in-Klinik soll zudem der stetig wachsenden Anzahl medizinische Hilfe suchender Touristen als erste Anlaufstelle dienen und damit den Spital-Notfall entlasten, wo sich oft nebst den Patienten gleichzeitig zahlreiche Angehörige aufhalten. Das Vorhaben entspricht zudem einem in der Vergangenheit immer wieder an die Spitalgruppe herangetragenen Anliegen, in dieser Hinsicht Überlegungen anzustellen und aktiv zu werden.

Einheimische Lösung zielführender
Zum andern hat die Oberländer Spitalgruppe – dazu gehören das Sitzspital Interlaken in Unterseen, das Spital Frutigen, Angebote im Gesundheitszentrum Meiringen sowie die beiden Pflegeheime Frutigland und Seniorenpark Weissenau in Unterseen – Kenntnis davon, dass ortsfremde Anbieter auf den einheimischen Markt drängen könnten. Dies hätte unweigerlich zur Folge, dass Patienten aus der Region zur Behandlung in die Zentren weitergewiesen werden. Mit Blick auf den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Spitalgruppe, zur Sicherung der mittlerweile rund 1300 Arbeitsplätze und zum Wohl der ganzen Region erachten es der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der Spitäler fmi AG als zielführender, gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten eine sinnvolle und bedarfsgerechte Lösung umzusetzen.

Klinik im Bahnhofsgebäude
Dem Entscheid, eine Walk-in-Klinik zu eröffnen, gingen verschiedene Überlegungen voraus. Dazu zählte auch die Suche nach einem zentralen und barrierefrei zugänglichen Standort. Die Wahl fiel schliesslich auf den Bahnhof Interlaken West. Im Rahmen der von der BLS für 2018 geplanten Gesamtsanierung ihres Bahnhofgebäudes kann die Spitäler fmi AG im Obergeschoss mietweise geeignete Räume übernehmen und diese praxisgerecht einrichten. Mit der Eigentümerin des Gebäudes, der BLS, wurde eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Vorgesehen ist auch eine Zusammenarbeit mit der örtlichen Bahnhofapotheke. Der Standort hat zudem den Vorteil, dass – falls nötig – eine rasche Verlegung ins Spital in Unterseen problemlos möglich ist.

Zeit für Konzeptarbeiten
Die Inbetriebnahme der Walk-in-Klinik Interlaken ist für Anfang 2019 vorgesehen. Damit bleibt Zeit für die Erarbeitung eines medizinischen Konzepts. Wie gestern Abend am Spital Interlaken dargelegt wurde, wird die Einsetzung einer Arbeitsgruppe aus Spitalärzten, Vertretern der niedergelassenen Ärzte (Ärztlicher Bezirkverein) sowie aus einer Vertretung der Spitaldirektion vorgeschlagen. Neben der personellen Besetzung der Klinik müssen etwa auch die räumliche Einteilung, die zur medizinischen Versorgung notwendigen technischen Einrichtungen, die Öffnungszeiten und anderes mehr geklärt werden.

Konstruktive Diskussionen
Die Orientierung an der gestrigen Zusammenkunft im Spital Interlaken stiess bei den anwesenden Hausärzten auf Interesse und löste erste konstruktive Diskussionen aus. Der Spitalführung wurde für die frühzeitige Information und die Möglichkeit zur Mitwirkung gedankt.