Spitalbetrieb wird vorsichtig hochgefahren

Der Verlauf der COVID-19-Pandemie verlief im östlichen und zentralen Oberland bisher vergleichsweise glimpflich. In den fmi-Spitälern mussten nur wenige erkrankte Patienten behandelt werden, die COVID-Intensivplätze blieben leer. Seit heute wird der Betrieb in den Akutbetrieben wieder vorsichtig hochgefahren und werden auch nicht-dringliche Eingriffe vorgenommen. Limitiert durchgeführt werden auch Therapien.

Am 21. März 2020 ging im Aufwachraum und in der Tagesklinik des Spitals Interlaken eine COVID-Intensivstation mit zehn zusätzlichen Beatmungsplätzen in Betrieb. Jetzt ist sie wieder zurückgebaut. In den vergangenen fünf Wochen musste hier zum Glück nur ein einziger Patient während rund 12 Stunden intensiv betreut werden. Die umfunktionierten Räumlichkeiten wurden vergangene Woche sukzessive wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt und stehen seit heute Montag wieder für Aufwach- und Tagesklinik-Patienten zur Verfügung.

Erweiterung der Intensivkapazität auf sechs Beatmungsplätze
Um trotzdem reagieren zu können, wurde die «normale» Intensivstation im Spital Interlaken von acht auf zehn Bettenplätze erweitert. Insgesamt stehen neu immer sechs Beatmungsplätze zur Verfügung. Die Erweiterung konnte mit kleinen baulichen Anpassungen innerhalb der bestehenden Räumlichkeiten realisiert und so eingerichtet werden, dass COVID-Patienten über eine separate Schleuse erreicht werden können. Die Aufteilung der Plätze für COVID-Patienten und «normale» Intensivpatienten kann jederzeit flexibel angepasst und die jeweiligen Sektoren erweitert oder verkleinert werden.
ie COVID-Bettenstation im Spital Interlaken wird zur Hälfte reduziert, die strikte räumliche Trennung jedoch weiterhin beibehalten. Im Spital Frutigen bleiben die räumlich ohnehin separierten COVID-Zimmer vorläufig bestehen. Sollte eine zweite Welle kommen und die Anzahl der COVID-Patienten wieder stark ansteigen, kann der Betrieb jederzeit wieder hochgefahren werden.

Rund 30 Fälle behandelt
Seit Ausbruch der Krise wurden in den Spitälern Frutigen und Interlaken zusammen knapp 30 an COVID-19 erkrankte Patienten stationär behandelt – glücklicherweise weit weniger als befürchtet worden war. Ähnlich verhält es sich bei der rund 1400-köpfigen Belegschaft der Oberländer Spitalgruppe: Bis heute sind vier Mitarbeitende erkrankt, davon konnten drei Personen auf dieselbe «Ansteckungsquelle» zurückgeführt werden. Die erkrankten Mitarbeitenden benötigten keine Spitalpflege und konnten – wie auch Mitarbeitende mit erhöhtem Risiko – alle zu Hause bleiben. Die Ergebnisse der in den letzten Tagen durchgeführten Tests waren alle negativ. Die Triage-Einrichtungen vor den Notfalleingängen Frutigen und Interlaken (Container, Zelt usw.) bleiben vorläufig stehen, um auch hier für eine allfällige neue Welle vorbereitet zu sein. Die Frage des Rückbaus wird später geprüft.

Vorsichtige Lockerung
Gemäss Bundesratsbeschluss vom vergangenen 16. April dürfen Spitäler seit heute wieder sämtliche, auch nicht-dringliche Eingriffe vornehmen, und auch Einzel-Therapien sowie Therapien mit maximal vier Patienten und einer Therapeutin/einem Therapeut können wieder durchgeführt werden. Damit sollen negative gesundheitliche Folgen verhindert werden, die durch einen Verzicht auf Behandlungen und Untersuchungen entstehen könnten. In ihren Akutbetrieben setzt die Spitäler fmi AG dabei weiterhin auf die bis anhin ergriffenen Schutzmassnahmen. Alle Patienten, die sich einer Operation unterziehen müssen und stationär im Spital bleiben, werden sowohl in Interlaken als auch in Frutigen kurz vor dem Eingriff auf COVID-19 getestet, damit entsprechend disponiert werden kann. Von einem Test ausgenommen sind lediglich Patienten, die sich für einen ambulanten Eingriff unter Lokalanästhesie nur kurz im Spital aufhalten und basierend auf den strengen Schutzmassnahmen behandelt werden können. Auch für die medizinischen und chirurgischen Notfälle werden weiterhin die bislang bewährten Schutzkonzepte angewendet.

Ein weiter Weg zurück
Auch wenn in den fmi-Spitälern – unter Berücksichtigung der Verordnung des Bundesrats – wieder alle Eingriffe durchgeführt werden können, ist es noch ein weiter Weg in die vollständige Normalität. Beispielsweise bleiben Gruppentherapien mit mehr als fünf Personen bis auf Weiteres untersagt. Dies gilt auch für sämtliche Aktivitäten der in Frutigen wie Interlaken angebotenen medizinischen Trainingstherapie (MTT). Auch das Besuchsverbot bleibt bis auf anderslautende Bestimmungen der Behörden in allen Betrieben der fmi AG bestehen, also auch bei den beiden Langzeitinstitutionen Seniorenpark Weissenau Unterseen und Pflegeheim Frutigland. Die Führungsgremien der Spitäler fmi AG hoffen, dass insbesondere die Besuchsregelung in den Langzeitinstitutionen bald gelockert werden kann.