Im Notfall: Telefon 144
spital frutigen: 033 672 26 26
spital interlaken: 033 826 25 00
radiologie gesundheitszentrum
meiringen: 033 972 32 14
Tipps für den Notfall
Kontakt
Psychiatrisches Ambulatorium am fmi-Spital Interlaken
Sekretariat
Spitalweg 3, 3800 Unterseen
Tel. 033 826 23 21
Fax 033 826 23 30
psychiatrie(at)spitalfmi.ch
Telefonzeiten
Mo – Fr 9.00 – 11.30 Uhr/ 13.30 – 17.00 Uhr
Für Notfälle ausserhalb der Telefonzeiten: 033 826 25 00
Essstörungen
Unzufriedenheit mit der Figur, der Wunsch, dünner zu sein oder das Durchführen einer gewichtsreduzierenden Massnahme ist in erster Linie ein häufiges Phänomen bei jungen Frauen, aber immer wieder auch bei jungen Männern. Aus diesem starken Wunsch nach der "Idealfigur" kann sich mit der Zeit eine psychische Störung entwickeln mit dem Hauptsymptom einer Essstörung. Fachpersonen unterteilen Essstörungen in verschiedene Kategorien. Zu den häufigsten Essstörungen zählen die Magersucht (Anorexia nervosa) und die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa). Auch massives Übergewicht (Adipositas) kann sich aufgrund einer psychischen Störung entwickeln oder eine solche zur Folge haben.
Bei einer Magersucht stehen folgende Symptome im Vordergrund: Verweigerung der Nahrung bis hin zu massivem Untergewicht (Körpergewicht von 15% unter dem erwarteten Gewicht oder BMI von 17.5 und weniger), verstärkt durch selbst herbeigeführtes Erbrechen und Einnahme von Abführmitteln sowie durch übertriebene körperliche Aktivitäten, massive Angst zu dick zu sein oder zu werden, und als Folge der Unterernährung eine zusätzliche endokrine Störung (Ausbleiben der Monatsblutung bei Frauen, Libido- und Potenzverlust bei Männern).
Die Ess-Brecht-Sucht ist gekennzeichnet durch die andauernde Beschäftigung mit dem Essen, durch exzessive Essattacken mit anschliessendem selbst herbeigeführtem Erbrechen und durch den Versuch, dem Dickwerden durch Appetitzügler oder Abführmittel entgegenzusteuern. Das Köpergewicht bleibt dabei jedoch, im Unterschied zur Magersucht, im Normbereich (BMI zwischen 18.5 und 25).
Bei der Adipositas, auch Fettsucht genannt, handelt es sich um starkes Übergewicht mit über das normale Mass hinausgehender Vermehrung des Körperfettes. Man spricht von Adipositas, wenn der BMI über 30 liegt.
Alle die hier genannten Essstörungen sind zudem Risikofaktoren zur Entwicklung von weiteren, zum Teil schwerwiegenden körperlichen Folgeerkrankungen. Als Voraussetzung für eine Behandlung dient eine gründliche Vorabklärung. Diese kann bei uns im Ambulatorium durchgeführt werden. Im Anschluss daran kann geklärt werden, ob eine ambulante psychotherapeutische Behandlung ausreicht, oder ob eine teilstationäre oder sogar stationäre Behandlungsform erwogen werden sollte.
Ziele der Behandlung sind – auf der reinen Symptomebene – Normalisierung des Essverhaltens und je nach Störungsbild die Gewichtssteigerung oder Unterbrechung des Ess-Brechmusters. Dazu kommen die Verbesserung der Körperwahrnehmung und Körperakzeptanz sowie das Bearbeiten der Probleme, die zur Essstörung beigetragen haben (Identitätsfindung, Spannungen in der Familie, perfektionistische Einstellungen, Selbstunsicherheit, Konfliktscheu, mangelnde Fähigkeiten zur Stressreduktion, Regulation der Emotionen und weitere andere).
Unabhängig davon, ob die Behandlung im Ambulatorium oder in unserer Tagesklinik durchgeführt wird: wir arbeiten immer auch mit der Ernährungsberatung und der Physiotherapie des fmi-Spitals Interlaken zusammen. Gerne beziehen wir auch die Partner und Familienangehörigen in die Behandlung mit ein.
