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Chronische Schmerzen

Unter chronischen Schmerzen versteht man über drei Monate andauernde und immer wiederkehrende Schmerzzustände. Ungefähr zehn Prozent der Schweizer Bevölkerung leidet an chronischen Schmerzen.

Im Gegensatz zum akuten Schmerz, der dem Körper als (über-)lebenswichtiges Warn- und Schutzsignal dient, hat der chronische Schmerz seine ursprüngliche Funktion verloren und wird stattdessen zum eigenständigen Krankheitsbild: der Schmerzkrankheit.

Ein akuter Schmerz kann chronisch werden, wenn er über längere Zeit ungenügend oder gar nicht behandelt wird. Je länger der Schmerz andauert, desto weitreichender sind die Auswirkungen für den Patienten. Der Schmerzpatient ist nicht nur körperlich, sondern häufig auch seelisch schwer beeinträchtigt. So z.B. haben Schmerzpatienten ein um ein sechsfach erhöhtes Risiko, an Depressionen zu erkranken. Zudem erleben Schmerzpatienten seitens ihrer Mitmenschen oft nur geringe Akzeptanz, und nicht selten werden sie zu Unrecht als Simulanten abgestempelt.

Nebst der eingehenden diagnostischen Abklärung, die häufig in Zusammenarbeit mit dem Schmerzzentrum mittels eines Screenings erfolgt, stehen in unserem Ambulatorium verschiedene erprobte Behandlungsmöglichkeiten zur Auswahl. Dies kann eine rein psychotherapeutische oder eine kombinierte Behandlung mit Medikamenten oder anderen verhaltensorientierten Methoden wie Entspannungsübungen oder Biofeedback sein. In Psychotherapien wird eine Verbesserung der Lebensqualität durch einen besseren Umgang des Patienten mit seinem Schmerz im Alltag angestrebt. Unser Behandlungsansatz basiert mehrheitlich auf kognitiv-verhaltenstherapeutischen Methoden. Schwerpunkte dabei sind das Erfassen und Ändern von unangemessenen Bewältigungsstrategien, den Abbau von Schon- und Vermeidungsverhalten sowie die Unterstützung bei der Bewältigung von aktuellen psychosozialen Problemen.

Da chronische Schmerzen die familiäre Situation stark beeinflussen und Angehörigen durch ihr Verhalten einen massgeblichen Einfluss auf den Umgang des Patienten mit chronischen Schmerzen ausüben können, ist es uns ein Anliegen, Angehörige während der Behandlung miteinzubeziehen.

Unser psychiatrischer Dienst arbeitet eng zusammen mit der Schmerzmedizin, wo es einige zusätzliche und umfassendere Angebote gibt.

 
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