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Angst- und Zwangsstörungen

Wir alle kennen das Gefühl der Angst. Es gehört zu unserem Leben und ist sogar zum Überleben notwendig. Angst tritt in Situationen auf, die wir als bedrohlich, gefährlich oder unkontrollierbar einschätzen. Besteht eine Angst jedoch über eine längere Zeit und fängt sie an, uns in unserem Leben einzuschränken, sprechen wir von einer Angststörung. Angsterkrankungen sind sehr häufig, man schätzt, dass etwa ein Fünftel aller Menschen einmal in ihrem Leben kurz- oder längerfristig an einer Angsterkrankung leiden.

Fachpersonen unterteilen Angsterkrankungen in verschiedene Kategorien.

Panikstörung

Bei der Panikstörung stehen plötzliche, oft unerwartete und heftige Panikattacken im Zentrum. Diese Attacken stehen manchmal auch mit gewissen Situationen in Zusammenhang, aus denen eine Flucht schwierig wäre (z.B. Kaufhaus, öffentliche Verkehrsmittel, Lift).

Spezifische Ängste

Bei den so genannten spezifischen Ängsten stehen die Angst vor einer gewissen Situation, einem Objekt oder Tier im Vordergrund (z.B. Spinnenphobie, Flugangst, Prüfungsangst).

Soziale Ängste

Betroffene fürchten sich vor Situationen, in denen sie im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen (Gespräche mit anderen Personen führen, ein Referat halten usw.). Sie befürchten, sich zu blamieren oder sich peinlich zu verhalten und von den anderen Personen abgelehnt zu werden.

Generalisierte Form der Angststörung

Schliesslich gibt es eine generalisierte Form der Angststörung, bei der eine andauernde Ängstlichkeit mit vielen übertriebenen und quälenden Befürchtungen besteht.

Zwangsstörung

Unter einer Zwangsstörung versteht man den Zwang, immer wieder beängstigende Gedanken denken oder immer wieder gewisse Handlungen ausführen zu müssen. Oftmals leiden Betroffene sogar sowohl an Zwangsgedanken wie auch an Zwangshandlungen. Zwangsgedanken können sich um verschiedene Dinge drehen, z.B. darum, jemanden verletzen zu können, etwas Obszönes auszusprechen oder sich von einem Turm zu stürzen – jeweils ohne es wirklich zu wollen. Obwohl solche Gedanken praktisch nie in die Wirklichkeit umgesetzt werden, leiden die Betroffenen sehr stark daran. Zwangshandlungen sind dadurch gekennzeichnet, dass eine Person von Angst getrieben immer wieder Rituale und Handlungen durchführen muss, obwohl sie oftmals weiss, dass die Handlungen unsinnig sind (z.B. exzessives Kontrollieren von Herdplatten, stundenlanges Waschen).

Als erster Schritt in der Behandlung von Ängsten und Zwängen steht eine eingehende und genaue Diagnostik. Diese, sowie eine sich darauf aufbauende erste Behandlung, erfolgt in der Regel ambulant in unserem Ambulatorium. Je nach Art und Schwere der Erkrankung gibt es die Möglichkeit einer Psychotherapie, einer medikamentösen Behandlung oder einer Kombination von beidem. Für die medikamentöse Behandlung gibt es je nach Störungsbild verschiedene Möglichkeiten, welche mit dem Betroffenen besprochen und die im therapeutischen Gesamtkonzept eingebettet werden.

Im Zentrum der Therapie steht am Anfang meistens die Entwicklung eines Erklärungsmodells, damit der Betroffene sein Verhalten, Denken und Fühlen besser verstehen lernt. Aus wissenschaftlichen Studien weiss man, dass bei Ängsten und Zwängen eine Therapie, in welcher es darum geht, dass der Betroffene sich stufenweise seinen Ängsten aussetzt und lernt damit umzugehen, am wirksamsten ist. Solche Expositionen werden vom Therapeuten eng begleitet und erfolgen nur im Einverständnis mit dem Patienten. Sollten die Symptome so behindernd sein, dass der Alltag kaum mehr bewältigt werden kann, bietet sich als weitere Möglichkeit eine Behandlung in unserer Tagesklinik an.

 
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