Im Notfall: Telefon 144
spital frutigen: 033 672 26 26
spital interlaken: 033 826 25 00
radiologie gesundheitszentrum
meiringen: 033 972 32 14
 Tipps für den Notfall

Kontakt

Psychiatrisches Ambulatorium am fmi-Spital Interlaken
Sekretariat
Spitalweg 3, 3800 Unterseen
Tel. 033 826 23 21
Fax 033 826 23 30
 psychiatrie(at)spitalfmi.ch

Telefonzeiten
Mo – Fr 9.00 – 11.30 Uhr/   13.30 – 17.00 Uhr

Für Notfälle ausserhalb der Telefonzeiten: 033 826 25 00

Alterspsychiatrischer Dienst

Allgemein

Der Alterspsychiatrische Dienst richtet sich vornehmlich an Patientinnen und Patienten ab dem 65. Lebensjahr. Gerade der Übergang ins Alter bringt für manche Veränderungen mit sich, nicht nur auf körperlicher, sondern auch auf geistiger respektive psychischer Ebene. So fällt es älteren Menschen unter Umständen nicht ganz leicht, mit den Gegebenheiten des Alterns zurecht zu kommen, was sich in Depressionen oder Ängsten ausdrücken kann. Dies auch vor dem Hintergrund eines bislang vielleicht sehr erfolgreich gemeisterten Lebens. Ein weiterer und gewiss in diesem Alter nicht zu vernachlässigender Aspekt betreffen die Demenzen.

Gedächtnissprechstunde

Gerade mit zunehmendem Alter nehmen Demenzen in der Bevölkerung stark zu. So geht man heute in der Schweiz von über 100'000 an Demenz Erkrankten aus, wobei die Demenzhäufigkeit allgemein mit steigendem Lebensalter weiter zunimmt. Ein Anliegen der Gedächtnissprechstunde ist es hierbei, eine Demenz von einer normalen Altersvergesslichkeit abzugrenzen.

Bei Demenzen handelt es sich um eine Erkrankung des Gehirns, die gewöhnlich chronisch oder fortschreitend unter Beeinträchtigung vieler geistiger Funktionen einhergeht. Typische Symptome sind neben einer zunehmenden Vergesslichkeit (Namen, Nummern etc.) das Verlegen von Gegenständen, Wortfindungsstörungen, räumliche und zeitliche Desorientierung, eine reduzierte Lernfähigkeit sowie beginnende Passivität mit Interesselosigkeit bis hin zu Resignation. Mit der Abnahme der intellektuellen Leistungsfähigkeit kommt es gewöhnlich zu Beeinträchtigungen in den persönlichen Aktivitäten des täglichen Lebens, sei es dem Waschen, Ankleiden, Essen oder der persönlichen Hygiene. Gerade auch die zu beobachtenden Verhaltensänderungen, gegebenenfalls mit wahnhaften Vorstellungen, stellen eine nicht zu unterschätzende Anforderung an die Angehörigen dar.

In der Gedächtnissprechstunde geht es zudem um die Differenzierung der einzelnen Demenzarten, um ein gezieltes therapeutisches Vorgehen bei der in den meisten Fällen nicht heilbaren Erkrankung bestimmen zu können. Nachfolgende Demenzformen lassen sich bestimmen:

Alzheimerdemenz

Bei über der Hälfte der Demenzerkrankungen wird eine Alzheimerdemenz festgestellt. Diese ist durch einen fortschreitenden Verlust von Hirnzellen gekennzeichnet, wobei ganze Gruppen von Nervenzellen allmählich ihre Funktionsfähigkeit verlieren und schliesslich absterben können und die Hirnmasse schliesslich schrumpft. Eine genaue Ursache hierfür ist bislang unbekannt, eine familiäre Häufung wird jedoch beobachtet.

Vaskuläre Demenz

Bei zirka 20% der Demenzfälle wird eine vaskuläre Demenz festgestellt. Sie entsteht durch Veränderung der Hirngefässe, was zu Durchblutungsstörungen im Gehirn führt. Dies bewirkt ein Absterben kleinster Hirngebiete bei entsprechend kleinen Infarkten (Streifung) oder ganzer Hirnareale bei grösseren Durchblutungsstörungen. Ursächlich sind oftmals Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen.

Seltenere Demenzformen

Neben der Alzheimer- respektive vaskulären Demenz gibt es zahlreiche seltenere Formen wie beispielsweise die Lewy-Body-Demenz, frontotemporale Demenz oder die Parkinson-Demenz.

Demenzsymptome können auch andere Ursachen haben

Auch andere Krankheiten können für Veränderungen der geistigen Leistung verantwortlich sein, die einer Demenz ähnlich sind. Im Alter ist beispielsweise die Depression eine oft unterschätzte Ursache für eine Hirnleistungsstörung. Weitere Auslöser sind beispielsweise Übermüdung oder Stresssituationen, hormonelle Störungen, Fehlernährungen mit Mangelerscheinungen, Infektionen, Hirnblutungen nach einem Sturz, Störung der Zirkulation der Hirnflüssigkeit sowie Missbrauch von Alkohol und Medikamenten. Rund 10 % der Demenzsyndrome sind nicht Folge einer definitiven Schädigung des Gehirns, wobei durch eine geeignete Behandlung der Grunderkrankung der geistige Zustand stabilisiert oder gar normalisiert werden kann.

Früherkennung heisst gezieltere Behandlung

Demenzerkrankungen sind chronisch und fortschreitend, wobei es noch keine Behandlung gibt, die eine Demenzerkrankung verhindern, stoppen oder heilen könnte. Mit dem frühen Einsatz von gezielten Therapien kann jedoch Menschen mit Demenz wirkungsvoll geholfen werden. Diese ermöglichen eine längere Selbständigkeit der betroffenen Personen und verbessern damit die Lebensqualität von Erkrankten, Angehörigen und Betreuungspersonen.

Eine Therapie mit Medikamenten

Seit gut einem Jahrzehnt stehen "Antidementiva", die eine Demenz zwar ursächlich nicht heilen, jedoch die Symptomatik stabilisiert und den Verlauf der Krankheit unter Umständen verlangsamt. Dies wirkt sich unmittelbar auf die Selbständigkeit der Betroffenen aus, können auch helfen, einen Heileintritt zu verzögern.

Begleitsymptome behandeln

Begleitsymptome einer Demenzerkrankung wie beispielsweise Stimmungsschwankungen, Depressionen, Ängste, Unruhe oder Wahnvorstellung, aber auch Schlafstörungen und Aggressionen können mit entsprechenden Medikamenten gemildert oder sogar behoben werden.

Weitere Therapie

Zahlreiche Therapien helfen den Betroffenen und nahestehenden Personen besser mit einer Demenz leben zu können. Eine Anpassung der Umgebung (Milieutherapie) leistet einen ganz zentralen Beitrag.

Neben der Abklärung und Therapie der an Demenz erkrankten Personen richtet sich die Gedächtnissprechstunde auch an deren Angehörige, wobei unsere enge Zusammenarbeit mit der Alzheimervereinigung ( www.alz.ch) zum Tragen kommt. Dies auch in Vermittlung von regionalen Angehörigengruppen, was sich in der Angehörigenarbeit als sehr wertvollen Baustein herausgestellt hat. Die Alzheimervereinigung klärt in diesem Zusammenhang nicht nur über die mit Demenz einhergehenden Krankheitsbilder auf, sondern gibt auch wertvolle Tipps und Ratschläge. Nicht nur auf dem Gebiet der Demenzen auch allgemein zum Thema Alter arbeiten wir zudem mit der Pro Senectute Berner Oberland ( www.pro-senectute.region-beo.ch) zusammen. Die dort erscheinende halbjährige Broschüre zu Kursen und Veranstaltungen können kostenlos bezogen werden.

 
TYPO3 Agentur