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Spital Interlaken
Institut für Anästhesie und Intensivmedizin
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Blutsparende Verfahren

Fremdbluttransfusionen sind mit einem erhöhten Risiko für Komplikationen, Infektionen, Allergien oder Übertragung von viralen Erkrankungen behaftet. Durch die Übertragung von körperfremden Zellen wird die Immunabwehr geschwächt. Die Fremdbluttransfusion ist nützlich und lebensrettend in bedrohlichen Situationen, sollte aber bei einem geplanten operativen Eingriff möglichst vermieden werden. Dafür stehen mehrere Verfahren zur Verfügung:

Präoperative Eigenblutspende

Bereits 3-5 Wochen vor der Operation spendet der Patient im Abstand von 7 Tagen 1 bis 3 Mal Blut. Das Eigenblut wird nach strengen Vorschriften getestet, verarbeitet und gelagert, so dass es für den Patienten zur Operation bereit steht. Sollte der Patient das Blut nicht benötigen, wird es vorschriftsgemäss entsorgt, es darf nicht für einen anderen Patienten verwendet werden.
Nicht jeder  Patient ist für die Eigenblutspende geeignet. Bei Blutarmut oder schweren Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen kann kein Eigenblut gespendet werden.
Der Nachteil der Eigenblutspende liegt am Alter des Eigenblutes und den damit verbundenen Lagerungsschäden des Blutes.

Präoperative Hämodilution

Unmittelbar vor der Operation wird dem Patienten 1-2 Beutel seines Blutes entnommen und das fehlende Volumen durch Infusionen ersetzt. Nach der Operation erhält der Patient sein frisches Eigenblut wieder zurück.
Vorteil dieses Verfahrens ist, dass sehr frisches Eigenblut zurückgegeben wird. Es enthält voll funktionstüchtige Blutkörperchen (weisse, rote, Blutplättchen) und aktive Gerinnungsfaktoren.

Intraoperatives Sammeln und Aufbereiten von Eigenblut

Bei grösseren Operationen mit erhöhtem Blutverlust ist dieses Verfahren von grossem Nutzen. Während der Operation wird das Blut aus der Wunde abgesaugt und gesammelt. Da mit dem Blut auch andere Zellmaterialien und Sekrete angesaugt werden, wird das Blut anschliessend gewaschen und zentrifugiert. Somit ist es möglich, dem Patienten seine roten Blutkörperchen gereinigt und konzentriert zurück zu geben. Blutplättchen oder Gerinnungsfaktoren werden bei diesem Vorgehen entfernt. Dieses Verfahren kann mit den anderen beschriebenenTechniken kombiniert werden.

Postoperative Retransfusion von gesammeltem Blut aus Drainagen

Dieses Verfahren kann nur bei Operationen im Bereich der grossen Gelenke, vor allem bei Knieprothesen angewendet werden. In den ersten 6 Stunden nach der Operation wird das Blut, das aus den Drainagen fliesst, gesammelt und anschliessend über einen Filter zurückgegeben.

 
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