Kontakt

Senden Sie den Fragebogen an folgende Adresse / E-Mail
Spital Interlaken
Institut für Anästhesie und Intensivmedizin
Frau Dr. med. Patricia Manndorff
Weissenaustrasse 27
3800 Unterseen
anr(at)spitalfmi.ch

Oder wenden Sie sich direkt per Mail an:
Dr. Daniel Beutler

Weitere Informationen
www.anr-switzerland.ch
www.anr-swiss.com
www.anrclinic.com

 

 

 

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Accelerated Neuro Regulation (ANR)

Opiatabhängigkeit ist eine seit Jahrhunderten bekannte Suchterkrankung, die das Leben von Betroffenen dominiert. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Abhängigkeit aus einem Drogenkonsum resultiert oder ob sie auf dem Boden einer chronischen Schmerzerkrankung entstand. Das Resultat für den Betroffenen ist eine nicht mehr zu kontrollierende Abhängigkeit vom Opiat, dessen Dosierung zur Erzielung des gewohnten Effektes gesteigert werden muss. Die Folge ist oftmals eine Abwärtsspirale und zunehmende Perspektivlosigkeit, ein Rückzug aus der Gesellschaft, ein Verlust der Selbstbestimmung und der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, psychiatrische Begleiterkrankungen, Infektionserkrankungen und finanzielle Probleme.

Erklärungsmodell der Sucht und ANR-Therapie

Die regelmässige Opiatzufuhr verursacht eine Abhängigkeit, die sich in einer Fehlsteuerung des zentralen Nervensystems wiederspiegelt. Die Hauptsymptome dieser Störung sind Entzugssymptome bei fehlendem Opiat und das Reissen, der «unstillbare Hunger nach der Substanz». Der schädigende Effekt der Opiate auf das zentrale Nervensystem  ist Thema vieler wissenschaftlicher Arbeiten und zeigt sich in Veränderungen und Modulationen im Bereich der Neurorezeptoren, der Nervenbahnen und Neurotransmitter sowie einer Dysregulation der körpereigenen Opiate, der Endorphine.

Accelerated Neuro-Regulation (ANR) hat zum Ziel, diese pathophysiologische Fehlsteuerung im Gehirn zu beheben, die «Unordnung im Gehirn» zu beenden. ANR behandelt die Opiatabhängigkeit auf Basis dieses Wissens und hat als unmittelbares Ziel, das Gleichgewicht zwischen Endorphin und Rezeptor im zentralen Nervensystem wiederherzustellen. Die Regulierung auf dieser Ebene ist entscheidend, um das zwanghafte Verlangen nach der Droge, das alle Abhängigen in Form von Reissen (auch als Craving oder Drogenhunger bezeichnet) zeigen, zu lindern und zu beenden. Die Wiederherstellung der neurochemischen und neurophysiologischen Balance ist Basis und Ziel der Behandlung.
Jeder Mensch bildet in seinem Körper Opiate, die natürlichen Endorphine. Sie sind hochpotent und wirken nicht nur schmerzstillend sondern steigern die Aufmerksamkeit, entspannen, spielen eine Rolle im Schlaf-Wachrhythmus und sind euphorisierend. Die Produktion wird über externe oder interne Reize wie z. B. Schmerz, Erregung, Angst, Ärger, Anspannung, intellektuelle Reize, körperliche Anstrengung, sexuelle Aktivitäten, etc. reguliert. Normalerweise produziert der Körper je nach Reiz eine angemessene Menge an Endorphin. Klingt der Reiz ab oder ist er beendet, dann kehrt der Endorphinspiegel zur Baseline zurück. Dieser Basisspiegel an Endorphin ist niedrig.
Menschen, die wiederholt Opiate von aussen zuführen, unterdrücken die körpereigene natürliche Opiatproduktion (Endorphin) und verhindern damit das «natürliche Doping» des Körpers. Zeitgleich wird eine Zunahme der Endorphinrezeptoren/Opiatrezeptoren im zentralen Nervensystem stimuliert. Mit zunehmendem Opiatkonsum und dessen Missbrauch entwickelt sich eine selbst verstärkende und sich selbst unterhaltende Aufwärtsspirale. Es werden immer mehr Rezeptoren gebildet, die eine immer höhere Dosis an Opiaten benötigen, um diesen neurobiochemischen Durst zu löschen.

In anderen Worten: neben der Abhängigkeit hat sich eine Toleranz entwickelt. Ausserdem führte die Zunahme der Rezeptorenlast zu einem körperlichen und chemischen Heisshunger nach dem Opiat. Solange die natürliche Balance zwischen Endorphin und Rezeptor nicht wieder hergestellt ist, wird der Abhängige dazu verurteilt sein, ein Leben in permanenter Abhängigkeit mit Leid, Rückfall und Versagensängsten zu führen.

Das therapeutische Ziel der ANR-Methode ist zu einem natürlichen Gleichgewicht zwischen Rezeptoren und Endorphin zu gelangen. Dies erfolgt kurz- und mittelfristig durch die Blockade der Opiatrezeptoren im zentralen Nervensystem, der Ausschwemmung und Entgiftung des Körpers von den zugeführten Opiaten und der schrittweisen Ankurbelung der körpereigenen Endorphinproduktion. Langfristig werden die überzähligen Opiatrezeptoren im Körper wieder abgebaut. Durch Etablierung dieser neuro-chemischen Rezeptor/Endorphinbalance wird der Drogenhunger, das Craving, unbedeutend und irrelevant.

Entzug unter Narkose

Die ANR Behandlung wird unter Allgemeinanästhesie durchgeführt, um das körperliche Leid während des Entzuges zu verhindern. Weiterhin garantiert die Anästhesie, dass alle Patienten den körperlichen Entzug bis zum Ende durchstehen, ein Abbruch (Drop-out), der bei konventionellen Verfahren ein häufiges Problem darstellt, ist damit ausgeschlossen. Der sich daraus ergebende Nutzen erhöht die Erfolgsrate von ANR deutlich.
Während der Allgemeinanästhesie wird der körperliche Entzug gestartet und das ANR-Verfahren begonnen. Die neurochemische Rezeptorsituation wird funktional annäherungsweise auf den Zustand vor der Abhängigkeit zurückgeführt. Die Blockade der überzähligen Rezeptoren wird individuell nach klinischer Reaktion durchgeführt, Dauer der Abhängigkeit und Höhe der eingenommenen Opiatdosen.
Die Therapie findet auf der Intensivstation in Interlaken statt. Diese ist von der Schweizer Gesellschaft für Intensivmedizin (SGI) anerkannt und mit einem modernen Gerätepark ausgestattet. Die behandelnden Ärzte und die Fachpflegekräfte sind kontinuierlich am Bett des Patienten. Die Vitalzeichen wie Blutdruck, EKG und Herzrhythmus, ZNS-Reaktionen, Beatmungsparameter werden kontinuierlich überwacht, zusätzlich werden Laborveränderungen und Flüssigkeitsverschiebungen registriert. Der klinische Zustand und die Veränderungen des Patienten werden ständig beobachtet, untersucht und neu beurteilt. Auf Basis dieser Beurteilungen und Untersuchungsergebnisse wird die Behandlung individuell auf den Patienten angepasst und laufend evaluiert.
Entzugssymptome als Folge der Stressantwort (Noradrenalin) des Körpers werden konsequent behandelt, so dass sich Blutdruck, Herzfrequenz und Atemfrequenz im Normbereich befinden. Zur Verhinderung eines epileptischen Anfalles werden prophylaktisch krampflösende Medikamente gegeben.
Die Behandlung erfolgt nur durch in ANR erfahrene Spezialisten aus den Fachgebieten der Anästhesie und Intensivmedizin. Dadurch kann eine grosse Sicherheit während der Behandlung gewährleistet werden. Im Falle seltener Komplikationen kann das Team unmittelbar und kompetent eingreifen.

Eignen Sie sich für ANR?

ANR behandelt ausschliesslich die Opiatabhängigkeit. Hierbei ist es unerheblich, ob sich Ihre körperliche Abhängigkeit infolge eines illegalen Drogenkonsums oder auf Grund legaler und vom Arzt verschriebener Schmerzmittel entstand. Um Opiate handelt es sich bei folgenden Substanzen:

Dimethylmorphin (Heroin), Morphin (Sevre long®, MST®, Sevredol®), Hydromorphin (Palla-don®), Buprenorphin (Subutex®, Temgesic®, Transtec®), Methadon, Pethidin (Pethidin®, Do-lantin®), Tilidin (Valoron®), Tramadol (Tramundin®), Codein (Codocontin®), Oxycodon (Oxycontin®, Targin®, Oxynorm®),  etc. Im Ausland werden teilweise andere Handelsnamen verwendet.

Vor der Therapie sollten Sie die Opiatdosis auf eine stabile Erhaltungsdosis reduzieren und jeglichen Beikonsum an anderen Opiaten unterlassen. Dadurch wird für Sie der Entzug einfacher, die Erholungsphase verläuft rascher und Sie erhöhen Ihre Chancen, dauerhaft opiatfrei zu bleiben.
Andere Suchtmittel, die aufputschen (Kokain, Amphetamine, synthetische Drogen) oder beruhigen. (Benzodiazepine, Marihuana, Alkohol), können wir mit dieser Methode nicht behandeln. Bei gleichzeitiger Benzodiazepinabhänigkeit ist es wünschenswert, dass Sie diese Abhängigkeit vor der ANR Therapie beenden, da der Benzodiazepinentzug unter Opiaten sehr viel einfacher ist als ohne Opiate. Wenn Sie einen Beikonsum an anderen Drogen aufrechterhalten, riskieren Sie, dass Sie nach dem Opiatentzug zu einer anderen Droge wechseln. Damit findet eine sogenannte Suchtverschiebung hin zu der Ersatzdroge statt. Damit ist Ihnen nicht geholfen.
Mit der ANR Methode gelingt es sehr gut, Ihre körperliche Abhängigkeit vom Opiat zu therapieren und Ihren Hunger nach dem Opiat zu beenden. Andere Probleme, wie psychische Probleme, durch die Sucht antrainierte Verhaltensmuster oder die Sehnsucht nach dem «Kick/Flash» zum vermeintlichen Lösen oder Verdrängen aller Probleme, können mit der ANR Therapie nicht behandelt werden. Dafür müssen Sie Verantwortung übernehmen, es braucht Ihre Mitarbeit. Zur Thematisierung eines solchen möglichen Problemkreises werden wir Sie zu einem Gespräch bei einem Arzt der psychiatrischen Dienste in Interlaken aufbieten. Hier erhalten Sie nach Bedarf Hilfestellung und Beratung. Ein Entzug nach ANR ist bei Vorliegen psychischer oder psychiatrischer Probleme möglich und eventuell auch sehr sinnvoll. Hier bedarf es aber einer engen Absprache mit dem psychiatrischen Fachkollegen, da sich eine eventuell zugrunde liegende psychiatrische Begleiterkrankung nach dem Entzug auch verschlechtern kann.

Anmeldeverfahren

Anmeldung/Information zur Behandlung
Ihre Anmeldung erfolgt über den Fragebogen, welchen Sie untenstehend finden. Bitte füllen Sie diesen wahrheitsgemäss aus und senden Sie Ihn an uns zurück. Bei Eignung für das ANR-Verfahren werden wir Sie an einen der spezialisierten ANR-Hausärzte weiterleiten. Sie werden dort in einem Informationsgespräch alle Details erfragen können und der Hausarzt wird auf Ihre individuellen Bedürfnisse eingehen.
Wenn Sie sich nach dem Informationsgespräch für die ANR-Therapie entscheiden, erfolgt ein sogenanntes ANR-Screening, welches die drei Seiten Psyche, Körper und Sucht genauer anschaut. Sie erhalten Termine bei den drei folgenden Spezialärzten:

  • Hausarzt mit ANR-Erfahrung: Check der körperlichen Leistungsfähigkeit inkl. Labor und EKG, Vorbereitung auf die Therapie (Regeln zum Opiatgebrauch inkl. Beikonsum, generelle Verhaltensregeln zur Unterstützung der Therapie, etc.), Einholung Ihrer Einwilligungserklärung und Ihre Zusage, dass Sie die Regeln einhalten werden.
  • Psychiater der Spitäler fmi AG, Interlaken (Chefarzt oder Oberarzt): Beurteilung Ihres seelischen Zustandes, Check auf mögliche zugrundeliegende psychiatrische Begleiterkrankungen, Antizipation von Problemen nach dem Entzug.
  • Anästhesist/Intensivmediziner der Spitäler fmi AG, Interlaken (Chefärztin oder Vertretung): Überprüfung Ihrer Narkose- und Therapiefähigkeit, Check Ihrer Mitarbeit und Eignung zum Verfahren, Aufklärung über die Therapie und den Spitalaufenthalt, Einholung Ihres schriftlichen Einverständnisses.

Erst wenn alle drei Ärzte zustimmen, kann die ANR-Therapie bei Ihnen erfolgen.

Die ANR-Therapie im Detail

Behandlungsort und Dauer
Der Behandlungsort ist Interlaken:

  • Am Tag vor der Therapie erfolgt mit Ihnen ein letztes Gespräch im Spital Interlaken, bei längerer Anreise Übernachtung in einem Hotel vor Ort
  • Sie sind im Spital Interlaken zum Entzug für 2,5 Tage
  • Anschliessend sind Sie in einem Hotel in Interlaken für die posttherapeutische Phase weitere 2 Tage

Ärztliches Behandlungsteam
Hausarzt Dr. med. Daniel Beutler, Allgemein- und Suchtmediziner
Chefarzt Dr. med. Thomas Ihde, psychiatrische Dienste FMI AG
Chefärztin Dr. med. Patricia Manndorff, Institut für Anästhesie und Intensivmedizin
Oberärztin Dr. med. Eva Meisters, psychiatrische Dienste FMI AG
Dr. med. André Waismann, Entwickler der ANR-Methode

Pflegeteam
In ANR geschulte Anästhesiefachpflege, Intensivfachpflege und Stationspflege

Behandlung in Interlaken
Während der Entzugsphase in Interlaken wird Sie in der Regel Dr. Waismann konsiliarisch mit betreuen.

Tag 0
Am Vortag des stationären Eintrittes haben Sie ein letztes Gespräch im Spital Interlaken mit Dr. Waismann aus Israel, Dr. Manndorff und fakultativ dem ANR-Hausarzt. Es erfolgt ein letzter Gesundheitscheck von Ihnen vor dem Eingriff und eine abschliessende Beurteilung Ihrer Eignung durch Dr. Waismann.
Bei längerer Anreise werden Sie danach ins Hotel Interlaken für die erste Nacht einchecken. Letzte Mahlzeit um 18:00 Uhr.

Tag 1
Sie treten am Morgen um 07:00 Uhr nüchtern ins Spital ein. Danach erfolgt eine Phase bis 12:00 Uhr, in der Ihre Organsysteme durch regelmässige Medikamentengaben beruhigt und herabgefahren werden. Um 12:00 Uhr werden Sie auf die Intensivstation verlegt und die Anästhesie wird gestartet. Danach erfolgt der körperliche Entzug mit 2 bis 3 Naltrexonzyklen individuell auf Sie dosiert über 5- 6 Stunden. Die zusätzlich gegebene Begleitmedikation verhindert bedrohliche Herz- Kreislauf-, Atem- oder zerebrale Reaktionen. Gegen 18:00 Uhr werden wir die Anästhesie bei Ihnen beenden.
Anschliessend verbleiben Sie zur Überwachung noch 2 Stunden auf der Intensivstation. Während dieser Zeit werden Sie noch 1:1 durch die Intensiv- oder Anästhesiefachpflege betreut. Frau Dr. Manndorff wird Sie kontinuierlich vor Ort überwachen, Herr Dr. Waismann wird Ihre Therapie supervisieren.
Gegen 20:00 Uhr erfolgt Ihre Rückverlegung auf die Normalstation. Sie werden während der gesamten Nacht mit einer Sitzwache begleitet. Somit können Magen-Darmsymptome oder Unruhe unmittelbar behandelt werden. Der leitende Anästhesiefachpfleger Andreas Schranz und Frau Dr. Manndorff stehen Ihnen über Nacht im Pikettdienst zur Verfügung.

Tag 2
Der zweite Tag dient der Ruhe und Erholung und wird zur Behandlung der häufig auftretenden Magen- Darmproblematik benutzt. Sie werden mit dem Trinken und Essen beginnen und können kleine Spaziergänge machen. Ab dem Nachmittag können Sie wieder Besuch von Angehörigen oder Freunden empfangen. Sollten Sie Probleme im psychischen/psychiatrischen Bereich haben, kann ein Gespräch mit den Ärzten aus der Psychiatrischen Klinik für Sie veranlasst werden.

Tag 3
Sie treten gegen Mittag aus dem Spital aus und werden in Begleitung einer Person ihres Vertrauens in das gebuchte Hotel in Interlaken einchecken. Die Begleitperson ist erforderlich, um Sie möglichst unmittelbar zur körperlichen und geistigen Aktivitäten zu motivieren. Dies beschleunigt die Endorphinproduktion und damit Ihr Wohlbefinden, da die Balance zwischen Opiat und Rezeptor früher erreicht wird. Am Tag 3 geht die medizinische Verantwortung für die weitere Therapie von Fr. Dr. Manndorff an den ANR Hausarzt über, dieser wird Sie noch gleichentags besuchen und am Abend telefonisch konsultieren.

Tag 4
Verbringen Sie einen möglichst aktiven Tag. Am Morgen und Abend erhalten Sie eine telefonische Visite durch Ihren ANR-Hausarzt, tagsüber werden Sie zusätzlich von ihm sowie eventuell Dr. Waismann visitiert.

Tag 5
Am Morgen erhalten Sie erneut einen Anruf durch Ihren ANR-Hausarzt, gegen Mittag findet die Abschlussvisite im Hotel oder im Spital statt. Anschliessend können Sie die Heimreise antreten.


Tag 6-14
Bitte nehmen Sie sich für die Therapie 2 Wochen Auszeit. Sie werden sich am Anfang noch geschwächt fühlen, schlafen noch nicht ausreichend und zeigen eine grosse Sensibilität, da Gefühle, Empfindungen, Geruch und Geschmack völlig neu erlebt werden. Nach 2 Wochen haben Sie sich ausreichend stabilisiert, um sich Ihrem beruflichen Alltag wieder stellen zu können.

Behandlung im Follow-Up
Im weiteren Verlauf finden fest vereinbarte Nachuntersuchungen bei Ihrem gewählten ANR-Hausarzt statt. Diese sind anfangs engmaschig, später nach Bedarf alle 2-3 Monate. Die Naltrexondosis muss strikt täglich eingenommen werden und wird gemäss den bisherigen Erfahrungen von Dr. Waismann ab dem 12. Monat langsam reduziert. Üblicherweise kann die Medikation nach 18 Monaten gestoppt werden. Die Vorgaben des ANR-Hausarztes zu der Naltrexoneinnahme müssen Sie strikt befolgen, ansonsten gefährden Sie den Erfolg der Behandlung. Erst nach Stoppen des Naltrexons ist die ANR-Therapie beendet. Naltrexon selbst macht nicht süchtig sondern behandelt die vorbestehende Sucht. Das Medikament wird üblicherweise im Dauerrezept abgegeben und kann innerhalb der EU problemlos bei Auslandsreisen mitgeführt werden.

Hot Topics zu ANR

Die Vorteile von ANR

  • Geeignet für alle Arten der Opiatsucht
  • Ultrakurzer kompletter Entzug, Beendigung der körperlichen Abhängigkeit
  • Kein oder nur sehr geringes Craving
  • Schutz vor Rückfall durch die fixe Einnahme des Naltrexon über 12-18 Monate
  • Kein Drop-Out während des Entzuges


Die Risiken von ANR

  • Gefahr einer Lungenentzündung durch Einatmung von Erbrochenem (Aspirationspneumonie) in den ersten 24h; sehr selten
  • Aufdecken einer bisher verschleierten psychiatrischen Begleiterkrankung

Die Probleme nach der ANR-Therapie

  • Häufig haben Sie zu Beginn über einige Tage anhaltende Magen-Darm Probleme (Durchfall, Übelkeit, Appetitlosigkeit), sehr selten über 2-4 Wochen
  • In den ersten 2 Wochen, bis die Balance zwischen Rezeptor und Endorphinspiegel wieder hergestellt ist, leiden Sie wahrscheinlich an Schlafschwierigkeiten. In dieser Zeit versuchen wir Sie mit einer schlaffördernden Medikation zu unterstützen (keine Benzodiazepine)
  • Manchmal bestehen in den ersten 2 Tagen noch Wadenschmerzen
  • In den ersten Tagen, bis der Endorphinspiegel wieder angestiegen ist, sind Sie noch sehr temperaturempfindlich

Die No-Goes von ANR

  • Wenn Sie keine Verantwortung für sich übernehmen
  • Wenn Sie meinen, auf den «Kick / Flash» nicht verzichten zu können
  • Wenn Sie eine Droge gegen eine andere auswechseln (Suchtverschiebung)
  • Wenn Sie das Naltrexon ohne Absprache mit dem ANR-Arzt absetzen

Medienecho

Radio Berner Oberland: Interview mit Dr. P. Manndorff und Dr. D. Beutler

SRF 1 «Puls»

Drogenentzug im Schnellverfahren, «Puls» vom 26.9.2016



 
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