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Psychiatrisches Ambulatorium am fmi-Spital Interlaken
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Trauma
Der plötzliche Tod eines Angehörigen, eine bedrohliche Erkrankung, ein Unfall, körperliche und/oder sexuelle Gewalterfahrung, technische und Naturkatastrophen, Folter, Terror, Flucht – alle diese Ereignisse haben eine Gemeinsamkeit: sie konfrontieren den Menschen mit tatsächlichem oder drohendem Tod, mit der Zerstörung der menschlichen und seelischen Integrität, mit dem Gefühl, überwältigt zu werden von Stärkerem, mit der Erfahrung der eigenen Verletzlichkeit, dem Ausgeliefertsein. Deshalb sprechen wir hier auch von "Grenzerfahrungen des menschlichen Daseins".
Nicht nur als Opfer oder Überlebende, sondern auch als Zeugen, Angehörige oder Helfer sind wir mitbetroffen, wenn wir mit den genannten Grenzsituationen konfrontiert werden.
Häufig entwickeln Betroffene nach diesen Ereignissen folgende Symptome: ständige nicht kontrollierbare Erinnerungen, zum Teil in Form von Flashbacks, Schlafstörungen, Angstträume, körperliche Reaktionen wie Herzklopfen, Schwindel, Schwitzen, wenn man an das Vorgefallene denkt, Vermeiden von Orten und Gesprächen, die an die traumatisierende Situation erinnern, Reizbarkeit, Konzentrationsstörungen.
Manchmal klingen diese Symptome innerhalb von zirka 3 Monaten von selbst wieder ab. Hin und wieder bleiben sie jedoch bestehen oder sind so stark, dass man seinen Alltag nicht mehr problemlos bewältigen kann, eventuell sogar arbeitsunfähig wird. Es kann auch vorkommen, dass unmittelbar nach dem Ereignis keine Symptome auftreten und sich diese erst Monate später bemerkbar machen.
In all diesen Fällen sollte professionelle Hilfe aufgesucht werden.
In unserem Ambulatorium bieten wir dafür Behandlungen an. In einem ersten Schritt wird es um eine gründliche Aufklärung und Information gehen, da viele dieser Symptome als normale Reaktion auf aussergewöhnliche körperliche und/oder seelische Belastung gelten. Im Weiteren stehen uns verschiedene traumaspezifische Behandlungsmethoden zur Verfügung, wenn gewünscht oder nötig mit der entsprechenden medikamentösen Unterstützung, zum Beispiel bei ausgeprägten Schlafstörungen. Bei längerer symptombedingter Arbeitsunfähigkeit, intensivem und sehr häufigem Erleben von überwältigenden Erinnerungen sowie allgemein sehr instabiler psychischer Befindlichkeit kann auch eine Behandlung in unserer Tagesklinik erwogen werden.
