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Depressionen
Obwohl Depression eine sehr häufige Erkrankung ist (betroffen sind über 350'000 Menschen allein in der Schweiz), die viel Leiden verursacht, wird sie manchmal erst spät erkannt. Vielleicht auch deshalb, weil nicht immer die depressive Verstimmung im Vordergrund steht. Bei manchen Menschen überwiegen andere Symptome wie fehlender Antrieb und Schwung, Müdigkeit, Schlafstörungen, rastlose innere Unruhe und Gereiztheit oder auch vielfältige körperliche Beschwerden. Neben ausgeprägter Freudlosigkeit oder sogar innerer Leere kommt es häufig auch zu beklemmender Angst.
Oft ist die Depression schwer zu unterscheiden von einer Lebenskrise oder einer körperlichen Erkrankung. Bei genauem Nachfragen ist jedoch fast immer eine sichere Diagnose möglich. Depression ist keine "Einbildung" oder Ausdruck von persönlichem Versagen, sondern eine Krankheit, die sich in aller Regel gut behandeln lässt.
Nebst einer eingehenden diagnostischen Abklärung stehen in unserem Ambulatorium verschiedene erprobte Behandlungsmöglichkeiten zur Auswahl. Dies kann eine rein psychotherapeutische oder eine kombinierte Behandlung mit Medikamenten sein. In einer Psychotherapie, die sich vor allem bei leichten und mittelschweren Depressionen bewährt hat, werden Strategien erlernt, um anders mit bestehenden Problemen umzugehen. Dabei spielen der Aufbau von positiven Erfahrungen und das Durchbrechen von negativen Grübeleien eine wichtige Rolle. Dies kann bei uns sowohl in einer Einzeltherapie wie auch im Gruppensetting (vergleiche Gruppenangebot) erfolgen. Bei fortgeschrittener Erkrankung oder depressionsbedingter Arbeitsunfähigkeit steht unsere Tagesklinik zur Verfügung, in welcher ebenfalls diagnosespezifisch, jedoch ganztägig und intensiver an der Genesung gearbeitet wird. Die auch hier empfohlene medikamentöse Therapie stützt sich auf Forschungsergebnisse, die gezeigt haben, dass bei einer Depression Störungen des Stoffwechsels im Gehirn auftreten – und zwar völlig unabhängig davon, was die Ursachen oder konkreten Auslöser der depressiven Erkrankung waren. Entgegen der häufig geäusserten Meinung machen antidepressive Medikamente, sogenannte Antidepressiva, nicht abhängig, sie verändern auch nicht die Persönlichkeit.

