Im Notfall: Telefon 144
spital frutigen: 033 672 26 26
spital interlaken: 033 826 25 00
radiologie gesundheitszentrum
meiringen: 033 972 32 14
 Tipps für den Notfall

Kontakt

Psychiatrisches Ambulatorium am fmi-Spital Interlaken
Sekretariat
Spitalweg 3, 3800 Unterseen
Tel. 033 826 23 21
Fax 033 826 23 30
 psychiatrie(at)spitalfmi.ch

Telefonzeiten
Mo – Fr 9.00 – 11.30 Uhr/   13.30 – 17.00 Uhr

Für Notfälle ausserhalb der Telefonzeiten: 033 826 25 00

Borderline

Bei der Borderline-Erkrankung handelt es sich um eine sogenannte emotional-instabile Persönlichkeitsstörung. Sie ist unter den ca. 10 verschiedenen Persönlichkeitsstörungen die am häufigsten anzutreffende. Allen Persönlichkeitsstörungen ist gemein, dass unflexible, unangepasste Verhaltensweisen, welche seit der Adoleszenz oder dem frühen Erwachsenenalter vorhanden sind,  in mehreren Lebensbereichen bestehen. Diese Verhaltensweisen führen in der Regel zu Problemen im Kontakt zu den Mitmenschen und oft auch zu Schwierigkeiten bei der Arbeit. Insbesondere sind dabei im Allgemeinen die Bereiche der Gefühlswelt, der Wahrnehmung sowie der Impulskontrolle betroffen. Man kann sich leicht vorstellen, dass dies für die Betroffenen eine grosse Belastung darstellt und der Leidensdruck oftmals sehr hoch ist.

In besonderem Masse gilt dies auch für die Borderline-Erkrankung. Wie der Name „emotional-instabil“ bereits vermuten lässt, leiden die Betroffenen unter einer tiefgreifenden Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und im Gefühlserleben. Zudem besteht meistens eine deutliche Impulsivität, d.h. Reaktionen auf Situationen und Ereignisse erfolgen spontan und ohne jede Erwägung naheliegender Konsequenzen; für Aussenstehende wirkt dieses Verhalten oft situationsunangemessen und unkontrolliert. Ganz typisch ist zudem die Schwierigkeit, Gefühle zu steuern und auszudrücken. Viele Betroffene haben grösste Angst davor, verlassen zu werden; auf der anderen Seite ertragen sie häufig Nähe nicht (Buchtipp: "Ich hasse dich, verlass mich nicht" von J.J. Kreisman und H. Straus). Oftmals finden sich unangemessene Wutausbrüche und aggressive Durchbrüche unter emotionaler Belastung. Häufig kommt es in diesen Situationen auch zu Selbstverletzungen wie zum Beispiel Ritzen der Haut oder zu Suiziddrohungen. Meist besteht zudem ein chronisches Gefühl innerer Leere. Typisch sind auch das Schwanken zwischen Idealisierung und Abwertung anderer Menschen sowie ein ausgeprägtes Schwarz-/Weiss-Denken.

Persönlichkeitsstörungen kommen häufig kombiniert mit anderen psychischen Erkrankungen vor, insbesondere mit Depressionen und Suchtkrankheiten.

Nebst einer eingehenden diagnostischen Abklärung stehen in unserem Ambulatorium verschiedene erprobte Behandlungsmöglichkeiten zur Auswahl. Dies kann eine rein psychotherapeutische oder eine kombinierte Behandlung mit Medikamenten sein. In Bezug auf die Borderline-Erkrankungen arbeiten wir bevorzugt mit einem speziellen Trainingsprogramm (nach Linnehan). Dabei geht es im Wesentlichen darum, Fähigkeiten zu erlernen und zu verbessern, mit deren Hilfe man das eigene Verhalten sowie Gefühls- und Denkmuster verändern kann. Dies kann sowohl in einer Einzeltherapie als auch im Gruppensetting (siehe dazu Gruppenangebote Emoreg) erfolgen. Falls eine ambulante Behandlung nicht ausreichen sollte, um neue Verhaltensweisen einzuüben und zu verändern oder das Leiden zunehmend als unerträglich erlebt wird, steht unsere Tagesklinik zur Verfügung, in welcher ebenfalls diagnosespezifisch, jedoch ganztägig und intensiver an den Symptomen gearbeitet werden kann.

 
TYPO3 Agentur